Wachteln ausbrüten - Die Brut (Tag 4-14)

Wachteleier im Motorbrüter

Nachdem man die ersten drei Tage beim Ausbrüten der Wachteln überstanden hat, kann man die Sache etwas entspannter angehen. Ab diesem Zeitpunkt vertragen die Wachteleier geringe Temperaturschwankungen. Nun kann der Brüter auch mal geöffnet werden, ohne dass die Bruteier Schaden nehmen. Trotz allem sollte man das Ausbrüten mit grosses Sorgfalt fortführen.

 


Die Temperatur im Brüter

Die Temperatur im Motorbrüter und auch im Flächenbrüter können beibehalten werden. Geringe Temperaturschwankungen sind ab diesem Zeitpunkt nicht mehr schädlich. Im Gegenteil, sie begünstigen sogar den Sauertroffaustausch im Wachtelei. Mit geringe Temperaturschwankungen sind an dieser Stelle natürlich nur Temperaturdifferenzen von höckstens 0.5 Grad gemeint.  

 

Die Luftfeuchte im Brüter

Bei den Flächenbrütern sollte die Anleitung der Herstellers der Brüters befolgt werden. Viele Hersteller empfehlen eine Erhöhung der Luftfeuchte ab dem zehnten Tag. Dies ist aber brüterspezifisch und sollte aus der jeweiligen Brutanleitung entnommen werden. 

Bei dem Ausbrüten mit einem Motorbrüter kann der Wert von 50-65% beibehalten werden. Nachfüllen des Wassers bei den Eiern der Wachteln

Man sollte aber regelmässig den Wasserstand im Brüter kontrollieren und gegebenenfalls Wasser nachgiessen.

Die Luftfeuchte sollte über die Zeit der Brut im Mittel bei 50-65% liegen. Einige Tage mit zu geringer Luftfeuchte können ausgeglichen werden, wenn man die Luftfeuchte einige Tage über 50-65% erhöht. Man sollte jedoch trotzdem versuchen, die Luftfeuchte konstannt zu halten.

 

Die Wendung der Wachteleier

Ab diesem Zeitpunkt ist täglich ein mehrmaliges Wenden der Wachteleier erforderlich. 

Bei dem Ausbrüten ohne automatischer Wendung muss man die Wachteleier von Hand wenden. An dieser Stelle ist die zuvor beschriebene Markierung der Bruteier vorteilhaft. Man übersieht dann kein Wachtelei bei der Wendung. Die Wachteleier sollten mindestens 3-4 mal am Tag um 180 Grad gedreht werden.

Verwendet man beim Ausbüten einen Brüter mit automatischer Eiwendung, so sollte man regelmässig prüfen, ob die Eier zuverlässig gedreht werden. Manchmal werden einige Wachteleier nicht mitgedreht, oder verrücken auf den Rollhorden. Auch hier macht sich die Markierung bezahlt. Man erkennt sofort wenn sich ein oder mehrere Eier nicht mitdrehen.

Bei der Wendung sollte sehr sorgfältig vorgegangen werden. Werden die Wachteleier nur einen Tag nicht gedreht kann dies bereits Schäden an den Wachteln hervorrufen. 


 

Kühlen der WachteleierKühlen der Wachteleier

In der Natur verlässt die weibliche Wachtel täglich, für 10-15 Minuten, das Nest um etwas zu fressen und zu trinken. In dieser Zeit kühlen die Wachteleier im Wachtelnest ab. Dies ist aber nicht schädlich für die Bruteier.

Bei dem Ausbrüten der Wachteln kann man diesen Vorgang simulieren, imdem man den Brüter täglich für 10-15 Minuten ausschaltet und die Türe öffnet. Dies schadet den Bruteiern nicht und ahmt die natürliche Brut am ehesten nach. Zudem sorgt das tägliche Kühlen des Bruteier für frische Luft im Brüter.

Das tägliche Kühlen der Wachteleier ist unter den Wachtelzüchtern umstritten. Viele Züchter kühlen die Wachteleier nicht und haben auch keine schlechteren Schlupfraten. Ich selbst habe auch schon Bruten mit und Bruten ohne tägliches Abkühlen gemacht. Einen Unterschied bei den Schlupfraten konnte ich nicht feststellen. Jedoch sei angemerkt, dass die tägliche Kühlung die natürliche Brut der Wachtel wohl am besten simuliert. 

 


Schieren der Wachteleier

Nach 7 bis 8 Tagen kann man die Wachteleier schieren. Man hält das Wachtelei in einem abgedunkelten Raum über eine starke Taschenlampe. Dadurch ist es möglich, Strukturen im Inneren des Wachtelei zu erkennen. Dies ermöglicht es, unbefruchtete Wachteleier oder Bruteier, bei denen der Embryo abgestorben ist, zu erkennen. Diese sollten aus dem Brüter entfernt werden. Es muss aber angemerkt werden, dass das Schieren etwas Übung erfordert.

Unbefruchtete Wachteleier erkennt man daran, dass das Innere des Wachtelei gleichmässig hell gefärbt ist. Man erkennt weder einen dunklen Punkt, noch Blutäderchen im Wachtelei. Zum Vergleich kann man frische Wachteleier durchleuchten. Frische Wachteleier sehen identisch aus, wie unbefruchtete Wachteleier.

Befruchtete Wachteleier erkennt man daran, dass im Brutei ein dunkler Punkt zu erkennen ist, von dem Blutäderchen weglaufen. 

Abgestorbene Wachteleier erkennt man daran, dass das Innere viele dunkle Flecken hat, die im Wachtelei umherschwimmen. Zur Kontrolle kann man noch an dem Wachtelei riechen. Man riecht meist, dass es müffelt.

Es ist aber zu empfehlen, dass man alle Wachteleier, bei denen man nicht sicher ist im Brüter lässt. Speziell sei es Neulingen empfohlen, die Wachteleier nach dem Schieren zu beschriften (Bleistift) und die Wachteleier im Brüter zu lassen. Nach dem Schlupf kann dann geprüft werden, ob man die unbefruchteten Wachteleier zuverlässig erkannt wurden.  


Wichtig: 

In dieser Zeit der Brut sollte darauf geachtet werden, dass die Temperatur nie über 39-40 Grad ansteigt, auch nicht kurzzeitig. Dies schädigt die Wachteleier und hinterlässt an den Wachteln Missbildungen an den Beinchen und Schnäbeln. 

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